Grabplatte Erasmus von Gera

Grabplatte Erasmus von Gera 1657

Wappengrabplatte Erasmus von Gera 1657

Adeliger und Kämmerer von Kaiser Ferdinand III.

 

Nummer nach der Berndt-Liste und am Grundrissplan von Schraml: 15

Standort:  westliche Vorhalle der Stadtpfarrkirche, dritte Grabplatte rechts vom Haupteingang

Folie1

Zur Person des Verstorbenen:

Erasmus (II.) war ein Sohn von Johann Christoph von Gera (1609 gestorben) und von Esther von Stubenberg. Er war anfangs ein eifriger Protestant. 1621 wurde er als Rebell verhaftet und bekannte sich nach seiner Enthaftung zur katholischen Religion. Er wurde Kämmerer (Finanzminister) von Kaiser Ferdinand III. und war Obristleutnant und 1628 Verordneter des Herrenstandes in Österreich ob der Enns.

Aus der online Chronik zum Dreißigjährigen Krieg stammt folgende Beschreibung :

Gera [Gerra] auf Arnfels (Bezirk Leibnitz), Erasmus Freiherr von; Obristleutnant [1588 – 14.9.1657] Erasmus von Gera auf Arnfels, ein protestantischer Adliger aus Oberösterreich, wurde am 20.3.1621 auf Befehl von Adam Graf Herberstorff verhaftet und auf das Linzer Schloss gebracht. Schon im Herbst war er bei der Liga und wahrscheinlich zum katholischen Glauben übergetreten. Im November 1621 war er Rittmeister im allgemein als schwierig geltenden Kavallerieregiment Herberstorff und lag mit seiner Kompanie in Obrigheim. 1623 lag er als Hauptmann noch in Oberösterreich.

Er wurde später zum Obristleutnant im Kavallerieregiment Herberstorff befördert, als der „Kurfürstlichen Durchlaucht in Bayern bestellter Obrister“, und war seit dem 7.1.1624 mit Anna Benigna von Pappenheim, der Stieftochter Herberstorffs, verheiratet. (Link: http://www.30jaehrigerkrieg.de/gera-gerra-auf-arnfels-erasmus-freiherr-von/ )

Beschreibung der Grabplatte: Es ist eine aus rotem Marmor gemachte Wappengrabplatte. Im oberen Teil befindet sich eine 12zeilige Inschrift, darunter ein fast kreisförmiger Vierpass mit Reliefvollwappen. Die Wappen zeigen zwei gekrönte Helme mit zweizinkiger Gabel und Hirschstangen; im Wappenschild 2x die Gabel und das Hirschgeweih.

Heraldik: Stammwappen der von Gera zeigt auf schwarzem Dreiberg eine zweispießige rote Feuergabel nach den Angaben der Stiftung Seeau (Link: http://members.kabsi.at/seeau/Encyclopaedia/LinienMuetter/Familie-Gera.htm)

Der Zustand der Grabplatte ist stark angegriffen, weshalb die Schrift schon schwer lesbar ist.

Maße: 184 cm hoch, 100 cm breit.

Schrift: Fraktur mit 5 bis 8 cm großen Buchstaben

Inschrift:

Alhie Ruehet der Hoch und Wohlgebohrene Herr Herr Erasmus Herr von Gera auf Arnfelß Eschlberg Liechtenhaag und Waxnberg der Rom Khay May gewster Camrer so in Gott Selligt entschlaffen de 14 Septmbris A 1657 seines alters 69 Jahr, Deme d unß allen Gott Der Allmechtig ein froliche Aufersteheung Verleichen wolle. Amen

Übersetzung:

Hier ruht der hohe und wohlgeborene Herr Erasmus Herr von Gera auf Arnfels, Eschlberg, Liechtenhag und Waxenberg, der römisch kaiserlichen Majestät gewesener Kämmerer, der in Gott selig entschlafen ist am 14. September 1657 im 69. Lebensjahr. Ihm möge Gott der Allmächtige eine fröhliche Auferstehung schenken. Amen

„Fröhliche Auferstehung“ ist ein von den Evangelischen benutzter Ausdruck auf Grabdenkmälern der Reformationszeit. Dazu gab es eine Sonderausstellung des evangelischen Museums Rutzenmoos 2010 (Link: https://evang.at/froehliche-auferstehung-sonderausstellung-im-evangelischen-museum-oberoesterreich/ )

Folie4Folie3Folie2Grabplatte Erasmus von Gera 1657

Quellen:

Hoheneck Erasmus von Gera Stammbaum S.147

Hoheneck Erasmus S.147

Hoheneck: Herrenstand S.147 über Erasmus von Gera

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